making it 2, 2000
www.making-it.at

Rauminstallationen in der Schönbrunnerstraße.
Das schaufenster als metapher für die wechselwirkung zwischen architekten und ihrem publikum. Vier wiener architektengruppen zeigen installationen in leerstehenden geschäftslokalen.

Schönbrunnerstraße 74, BEHF mit BÜRO X

Dies ist keine rauminstallation. Der  raum ist installation. Der raum ist auf seine form reduziert, das objekt an sich. Er wird nicht bespielt, er spielt sich selbst. Umbauter raum, der als lokal bezeichnet wird, ist durch fünf parameter definiert, die da sind: länge, breite, höhe, seine lage in der stadt und die zeit, die ein mensch benötigt um ihn im vorbeigehen oder vorbeifahren als spezifizierten raum wahrzunehmen. Er hat mathematische, physische und anschauliche relevanz. Durch die auslagenscheibe wird er dem öffentlichen raum zugeschaltet, ohne die ihm eigene identität aufgeben zu müssen.

Als geschäftslokal ist er trotz fehlender funktion wie hier niemals leer. Er bleibt die räumlichkeit für einen gasförmigen inhalt, nämlich luft. Der aggregatszustand innerhalb der die 73,44 m³ raumumschließenden wird mit hilfe eines aggregats visualisiert; färbiger nebel füllt den raum und definiert ihn als das, was er ist: eine räumlichkeit, die zu haben ist. Genau hier, genau in dieser größe, für genau jenen nutzen, der adäquat ist. Die spurensuche vorangegangener nutzungen ist irrelevant.

Die passanten haben – noch – die  möglichkeit, die lokalität, so zu gestalten, wie sie sie haben wollen. Die interaktion findet an der schnittstelle zwischen drinnen und draussen statt, auf knopfdruck kann die färbung des luftraums bestimmt werden. Die raumform ist die sichtbare gestalt des inhalts, die verortung im stadtgefüge wird schöngefärbt und somit evident. Der raum ist installiert.
© Judith Eiblmayr

 

Broschüre making it 2, Hg. Marc Gilbert, Wolfgang Niederwieser, Wien 2000